Der Film will den Konsumenten informieren, mit Wissen zum Thema ausstatten, seine Wachsamkeit schärfen, ihn zu mündigem Verhalten ermuntern, und um ihn zum Widerstand gegen Fremdbestimmung aufzurufen.
Im Gespräch mit ORF.at erzählt „Bulb Fiction“-Regisseur Christoph Mayr über einen Ikea-Besuch als Auslöser, um sich näher mit dem Thema Energiesparlampen zu befassen, über Gemeinsamkeiten zwischen Quecksilber und Atommüll und über die satirisch gemeinte Aktion „Heatball“, die Glühlampen als dummerweise Licht aussendende Heizkörper definiert, um das Verbot zu umgehen.
Mayr ist sich sicher, dass es bei der Umstellung eher darum geht, mehr Geld zu verdienen, als Energie zu sparen.
Für Energiesparwillige ist die Kompaktleuchtstofflampe das kleine gute Gewissen. Doch tatsächlich ist das positive Image der sogenannten Energiespar lampe höchst umstritten. Der Tiroler Dokumentarfilmer Christoph Mayr bringt in seinem Film „Bulb Fiction“ Licht ins Dunkel.
SN:Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass die Energiesparlampe ein spannendes Filmthema sein könnte? Mayr: Das Wort „Energiesparlampe“ will ich gar nicht verwenden, das ist ein Euphemismus, der von der Industrie geprägt worden ist. Unser Kameramann, der ausgebildete Lichtdesigner Moritz Kieselmann, hatte 2007 mit einem Mitarbeiter von Osram zu tun, der damals schon gesagt hat: „Die Glühlampe gibt es nicht mehr lang.“ Woher wusste der das? Eben weil die Leuchtmittelproduzenten in diesen Entscheidungsprozess eingebunden waren.
Einen zusätzlichen Effekt für die Umwelt hätten Energiesparlampen auch nicht, weil die Stromerzeugung in der EU ohnehin über den Emissionshandel reguliert sei, betont Frondel. Einsparungen an der einen Stelle könnten so durch mehr Emissionen an anderer Stelle aufgehoben werden, solange das insgesamt festlegte Volumen für den Kohlendioxid-Ausstoß nicht überschritten wird. «Das Glühbirnenverbot bringt unterm Strich keine Verbesserung beim Klimaschutz.»
Die EU hat der 60-Watt-Glühbirne im wahrsten Sinne des Wortes den Strom abgedreht. Seit dem 1. September gilt ein Verkaufsverbot. Restposten dürfen allerdings auch weiterhin veräußert werden. Ein Angebot, dass die Kunden vielerorts gerne annehmen.
„Die 60-Watt-Glühbirne ist der Renner“, berichtet Janine Diderich von „Bauhaus“. Rund 200 Exemplare der „alten Schätzchen“ sind dort noch zu haben. „Die Kunden informieren sich vorher telefonisch, ob wir die 60-Watt-Birnen noch vorrätig haben. Viele kaufen einen ganzen Karton als Reserve“, erzählt Diderich
Jeden Tag wechselt Christina Jost an ihrem Karussell defekte Glühbirnen aus, auf das Jahr gerechnet kostet das 5000 Euro. Eine Menge Geld, was allerdings nicht wundert angesichts von 20.000 Leuchten an ihrem Riesenrad. Und jetzt auch noch das Glühlampenverbot. „Ich müsste eine Bank überfallen, wenn ich das Riesenrad von heute auf morgen umzustellen hätte“, sagt sie und lacht.
Es würde satte 60.000 Euro kosten, ihr Karussell mit LED zu bestücken, das zahlt sich nicht aus der Tageskasse. Und weil die finanzielle Lage bei vielen Schaustellern ohnehin nicht rosig ist, vergeht ihr schnell das Lachen und sie beginnt, über die EU zu schimpfen, die den Verkauf von Glühlampen verbietet, die alltagssprachlich nur Glühbirnen genannt werden. Das bringt Jost so sehr in Rage, dass sie überlegt, ob sie anderweitig an Glühbirnen kommen kann. Denn die EU hat ja nicht verboten, Glühbirnen zu benutzen — sondern lediglich: sie herzustellen und zu verkaufen.
Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne erhöht der Leuchtmittel-Hersteller Osram die Preise für Energiesparlampen. Begründet wurde die “außerordentliche Preiserhöhung” der Siemens-Tochter zum 1. September mit einem drastischen Preisanstieg bei sogenannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Im Schnitt liegen die Preiserhöhungen bei 20 bis 25 Prozent, sagte Osram-Vorstand Martin Goetzeler der Financial Times Deutschland. Betroffen sind Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen.
Erst war die 100-Watt-Birne dran, dann verschwand das Modell mit 75 Watt Leistung aus den Verkaufsregalen. Zum 1. September erwischt es nun die 60-Watt-Glühbirnen – es gilt dann ein Herstellungs- und Vertriebsverbot. Nur Lagerbestände dürfen noch verkauft werden.
Kritik am Glühlampen-Verbot
Der österreichische Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ startet am 16. September in den heimischen Kinos.
Der Film nimmt aktuell das Verbot der Glühbirne zum Anlass, hinter die Kulissen des Verbots zu blicken und die Konsumenten zu informieren. Im Film geht es um Macht und Machenschaften der Industrie sowie um den Widerstand gegen die „Richtlinie zur Regulierung von Lichtprodukten in privaten Haushalten“.
Die Forderungen nach einem sinnvollen Umgang mit Energie bedeuten für die gewöhnliche Glühlampe vor allem eines: ihr Aussterben. Doch mehren sich seit einigen Monaten die kritischen Stimmen zu Energiesparlampen – zu langsam, zu dunkel, zu teuer, zu giftig. Gleich mehrere enthaltene Schadstoffe, unter anderem das hochgiftige Quecksilber, sprechen gegen eine gute Umweltverträglichkeit.
Das ARD-Verbrauchermagazin “Plusminus” machte sich auf den Weg in das Prüfzentrum Technik nach Wilhelmshaven und befragte Experten zu den Vor- und Nachteilen von Energiesparlampen. Die Ergebnisse sind erschreckend und blamabel.
OSRAM – einer der beiden Lampen-Monopolisten in Europa mach mobil. Gerade druckfrisch herausgekommen, ein Informationsfolder zum “Aus der 60W Glühbirne” und “Energiesparlampe”. Unser Tipp dazu – noch schnell Glühbirnen kaufen, denn am 1.9.2011 ist es zu spät.
Anfang der 80er-Jahre entwickelte Dieter Binninger eine Glühbirne mit einer Lebensdauer von 150.000 Stunden. Als er seine Wunder-Glühbirne im Markt einführen will, stößt er auf massiven Widerstand eines (illegalen) Glühbirnen-Kartells, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Lebensdauer von Glühbirnen künstlich auf 1.000 Stunden begrenzt. Binninger stürzte mit dem Flugzeug ab. Wohl zur Freude des Lampenkartells…..