Mission

Der Film will den Konsumenten informieren, mit Wissen zum Thema ausstatten, seine Wachsamkeit schärfen, ihn zu mündigem Verhalten ermuntern, und um ihn zum Widerstand gegen Fremdbestimmung aufzurufen.

Heatball

Quecksilber

Quecksilber in EnergiesparlampenDas Element Quecksilber bietet ideale Voraussetzungen für die Lichterzeugung wegen der geringen Aktivierungsenergie, die die Atome zum Leuchten bringt. Man machte von ihm früher ausgiebig Gebrauch, so als wenn es ein harmloser Stoff wäre. So enthielten die „Amalgamlampen“ sogar eine überflüssige Menge Quecksilber, um ihr Temperaturerhalten zu verbessern. In jeder Lampe dieser Art lag eine kleine Quecksilberkugel gut sichtbar in dem Kolben. Seit längerer Zeit muss die Leuchtstofflampe als Sondermüll entsorgt werden, hauptsächlich wegen des Quecksilbergehalts. Die EU hat mehrere Schritte zur Reduzierung des Quecksilberverbrauchs in der Gemeinschaft unternommen. Diese wurden in der „Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber” [KOM(2005) 20 - Amtsblatt C 52 vom 2. März 2005] zusammengefasst.

Gemeinschaftsstrategie EU

„Quecksilber ist ein für Menschen, Ökosysteme und wild lebende Tiere hochgiftiger Stoff. Hohe Dosen können tödlich sein, aber auch relativ geringe Mengen können bereits das Nervensystem schädigen. Die Strategie zielt auf die Verringerung der Auswirkungen des Quecksilbers und seiner Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit ab.
Sie ist auf folgende sechs Ziele ausgerichtet: Verringerung der Quecksilberemissionen; Verringerung von Angebot und Nachfrage; Bewirtschaftung der derzeit in Form von gelagerten oder verwendeten Erzeugnissen existierenden Quecksilbermengen; Schutz der Bevölkerung vor Quecksilberexposition Verbesserung des Verständnisses der Quecksilberproblematik und möglicher Lösungen; Förderung einschlägiger internationaler Maßnahmen. Die Strategie sieht für jedes Ziel eine bestimmte Anzahl spezifischer Maßnahmen vor.“

Quecksilberverbot der UN

Auch die UN arbeitet an einem Quecksilberverbot, weil das Metall als sehr giftig gilt. Die UN-Umweltministerkonferenz, die im Februar 2009 tagte, erarbeitete einen Plan, Quecksilber binnen 24 Monaten aus dem Verkehr zu ziehen. Hierbei hat der Sprecher des UN Umweltprogramms (UNEP) ausgedrückt, dass das Quecksilber eines der schlimmsten Umweltgifte sei und dass die Energiesparlampe ihren Beitrag zu Quecksilberemissionen leiste.

Quecksilber im Hausmüll

Tatsächlich ist es so, dass die üblichen Leuchtstofflampen, die in der Industrie verwendet werden, zu einem erheblichen Teil dem Recycling zugeführt werden und so ca. 80 % des Quecksilbers wieder verwendet werden kann. Hingegen ist nach Angaben der Industrie der Anteil der abgelieferten Kompaktleuchtstofflampen gering. Etwa 70 % (Jahr 2006) sollen nicht auffindbar gewesen sein. D.h., ihr Quecksilber landet entweder in der Landschaft oder wird von der Müllverbrennungsanlage in die Atmosphäre gepustet. Wie groß ist der Anteil im Jahre 2010? Die neueste Angabe stammt laut [13] von Deutscher Umwelthilfe: „Laut Deutscher Umwelthilfe landeten 2007 rund 90 Prozent der privat genutzten Lampen im Hausmüll. Oft zerbrechen sie bei dieser Entsorgung, sodass Quecksilber in die Umwelt gelangt.“

Gewinn für die Umwelt?

Da Quecksilber auch in Kohlekraftwerken entsteht, rechnete im Februar 2009 der deutsche Umweltminister einem staunenden Publikum vor, dass die „Energiesparlampe“ 22 Mrd. kWh einsparen würde, davon ca. 8 Mrd. kWh in Privathaushalten, und dadurch würden 1 bis 2 kleinere Kohlekraftwerke überflüssig. Somit wäre die „Energiesparlampe“ ein Gewinn für die Umwelt, auch unter Berücksichtigung vom Quecksilbermüll. Vom restlichen Chemiemüll, den man bei der Glühlampe nicht benötigt (Blei, Antimon, Barium, Arsen, Yttrium, Phosphorverbindungen, Zink-Beryllium-Silikate, Cadmiumbromide, Vanadiumverbindungen, Thorium usw.) war keine Rede.
Zudem hat der Minister Gabriel ein ungewolltes Eigentor geschossen, denn die EU ist nicht Deutschland und in vielen Ländern der EU wird überhaupt keine Kohle verfeuert. Mehr als die Hälfte (ca. 62 %) der Kohleverstromung der EU 15-Länder findet in Deutschland und in Großbritannien statt. Das Verbot trifft aber auch Länder wie Schweden, wo viel mehr Wasserkraft eingesetzt wird, oder Frankreich mit seinen zahlreichen Atomkraftwerken. Außerdem wird der von der Glühlampe „verschwendete“ Strom doch nicht allein in Kohlekraftwerken produziert.
Zudem sollte man bei dieser Erkenntnislage, Kohlekraftwerke produzieren Quecksilber, eher an bessere Filter oder ggf. ein Verbot von solchen Kraftwerken denken, als an eine Förderung Umwelt verschmutzender Produkte mit der Begründung, dass sie weniger Strom aus der schmutzigen Quelle beziehen. Der erzwungene Umstieg von der Glühlampe kann unter der Annahme, dass man sich mittelfristig von Kohlekraftwerken verabschieden muss, für eine trübe Umweltbilanz sorgen.

So ist folgendes Szenario durchaus plausibel:
(a) Die neuen Lampen werden mit dem Strom aus Kohlekraftwerken gebaut.
(b) Es müssen viel mehr Lampen gebaut werden als nötig, weil intakte Lampen ausgemustert werden.
(c) Kurzfristig produzieren die Kraftwerke mehr Quecksilber, weil die Produktion der Lampen und deren Entsorgung erst einmal mehr Energie verbraucht.
(d) Mittelfristig fällt der Quecksilbermüll in Deponien und Müllverbrennungsanlagen an.
(e) Es ist abzusehen, dass in Kürze andere Lichtquellen mit neuen Qualitäten vermarktet werden, die u.a. wesentlich energieeffizienter sein werden als die heute den Markt beherrschenden. Was machen wir dann mit dem vielen Sondermüll?